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Alvis Hermanis / Jaunais Rigas Theater / Lettland
Gara Dzive / Long Life // ca. 90 min ohne Pause
ohne Worte

1997 übernahm der damals 28-jährige Alvis Hermanis das Theater der Stadt Riga, sammelte 18 Schauspieler seiner Generation um sich und machte sich auf, die Bühnen der Welt vom Baltikum aus zu erobern. Nach einem Jahrzehnt erfolgreicher Festival-Auftritte, u. a. bei den Salzburger Festspielen, den Wiener Festwochen, dem Moskauer Golden Mask Festival, der RuhrTriennale und Tourneen durch fast alle europäischen Länder, wird er mittlerweile „Marthaler des Baltikums“ genannt und zählt zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Regisseuren des zeitgenössischen Theaters überhaupt. Obwohl das Jaunais Rigas Theater nach wie vor ein vom lettischen Staat finanziertes Haus ist, konnten Geist und Stil eines unabhängigen Theaterstudios gewahrt werden, das die Werte der innovativen, nicht-kommerziellen Kunst verteidigt.
„Garā Dzīve“ / „Long Life“ ist eine außergewöhnliche Demonstration virtuoser Schauspielkunst. Dieses einfühlsame, fesselnde, bewusstseinsschärfende Stück begleitet uns durch einen Tag in einer „Wohngemeinschaft“ alter Menschen, in einer Sozialwohnung in Riga. Das realistische Bühnenbild zeigt eine Welt, in der Gegenstände eine Seele haben: die Bewohner kommunizieren mit Hilfe der Objekte, die sie ein Leben lang begleitet haben.
Für „Garā Dzīve“ / „Long Life“ wurden in der über einjährigen Probenzeit von den Schauspielern Hunderte von Szenen entwickelt, später ausgewählt, gekürzt und arrangiert. Die authentischen Requisiten erzählen noch immer von Leben und Seele ihrer früheren Besitzer.
Sicher werden Sie lachen, vielleicht auch weinen – meist aber werden Sie nicht wissen, was von beidem zu tun ist.
„In der WG der Neunzigjährigen nimmt ein ganz normaler Tag seinen Lauf. Wie Voyeure verfolgen wir den Kampf um das Stillen der menschlichen Grundbedürfnisse. Der Gang zum Klo wird zum Marathon, das Anziehen zur Verkleidungsorgie, das Stulle-Schmieren zum kulturellen Höhepunkt. Obwohl so gut wie nicht gesprochen wird, ist es nie still. Ein feiner Klangteppich aus haus- und mundgemachten Geräuschen liegt auf dem Geschehen. Hier knarzt das Alter und erzählt von Mühsal, Verlorenheit und Sehnsucht. Gekrümmte Rücken, verbissene Kinnladen, rheumatische Fingerknöchel, verschlissene Hüftgelenke – mit schmerzhafter Genauigkeit erschaffen die Schauspieler ein beseeltes Universum des Verfalls.“ Berliner Zeitung

For this play, the director Alvis Hermanis has studied and staged the movements and posture of the elderly. It is the story of five old people living in a council flat in Riga, who have turned out to be the losers in the sweeping changes that took place in the last century. In these elderly people's world, objects are endowed with a soul; they communicate with each other through the material things that have been their lifelong companions.

Im Anschluss an die Vorstellung am Mittwoch, 16. Mai, findet ein Inszenierungsgespräch statt. Moderation: André Studt M.A., Institut für Theater- und Medienwissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.



Darsteller: Guna Zarina, Baiba Broka, Kaspars Znotins, Girts Krumins, Vilis Daudzins
Regie: Alvis Hermanis
Musik: Gatis Builis
Ausstattung / Bühnenbild / Kostüme / Requisiten: Monika Pormale
Bühnenmanager: Zane Piraga
Lichtdesign: Oskars Plataiskalns


Bild1

Bild2

Bild3

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16.05.2007, um: 21:00 h
// Redoutensaal

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17.05.2007, um: 17:00 h
// Redoutensaal


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